Freitag, 9. januar 2009 5 09 /01 /2009 19:28

oder was ein schwieriges Elternhaus bewirken kann

Ich bin in einem kleinen Mikrokosmos aufgewachsen. Einer Welt mit eigenen Gesetzen und seit Generationen festgelegten Leitlinien, bis zum Kindergartenalter abgeschottet vom Rest der Welt. Meine Eltern haben eine Landwirtschaft, Rollenverteilung Mann – Frau genau beschrieben. Die Eltern führen eine Pseudobeziehung die seit fast 20 Jahren nur noch besteht da gemeinsame Kinder und der Hof vorhanden sind. Ein Wort und die Situation eskaliert.


Daraus resultierten die vielfältigsten psychosomatischen Reaktionen die man sich denken kann. Ich als Älteste der Kinder (von 5) war von Klein auf für die Beaufsichtigung meiner nur unbedeutend jüngeren Geschwister zuständig. Klar, meine Mutter war überfordert 24 und 5 Kinder und keine Unterstützung bei der Erziehung – dafür tonnenweise Arbeit. Haushalt, Stall, Kinder usw. Ich habe das damals nur nicht verstanden. Immer wenn meine Geschwister irgend etwas angestellt hatten durfte ich die Schläge einstecken – ich hätte ja aufpassen müssen.


Der Kleinste musste das meiste aushalten. Jeder Ärger wurde von oben nach unten weitergereicht. Ich bekam Schläge von Mutter, dafür war ich dann nicht sparsam das an die kleineren weiterzureichen bzw. an den der meine Anweisungen nicht befolgt hat. Ich war hilflos und überfordert. Die Lichtmomente waren immer Besucher. Am Abend wenn ein Onkel oder eine Tante zu Besuch kam war alles anders. Alle waren besser drauf und man durfte auch mal Sachen machen die sonst bestraft worden wären ohne die Konsequenzen fürchten zu müssen.


Ich gab meiner Mutter immer die Schuld an allem, ich hasste sie zeitweise richtig. Bis zu dem Moment an dem ich mit meiner Mutter mit der Schaufel am Bach stand um irgend was zu machen, leider weiß ich nicht mehr was das war. Ich hatte keinen Bock drauf und meine Mutter sagte zu mir ich solle weitermachen weil sie es sonst wieder aushalten müsse.


Immer wieder stand ich vor der Türe und hörte meine Eltern streiten. Mein Vater beschimpfte meine Mutter immer wieder wegen ihrer schlechten Herkunft und „ihrer Kinder“. Die Kinder die nichts wert sind, zur Schule gehen und zu Hause viel zu faul sind – einfach nutzlos. Schlechte Noten, ein Verhalten das meines Vaters Ansicht nach nicht gut war und immer wieder der Spruch: „Deine Kinder“. Das davor so glänzende Götterbild meines Vorbilds Vater reduzierte sich mit der Zeit immer mehr. Bis ich schließlich desilusioniert zurückblieb.


Einmischungen meines Großvaters von wegen Kinder vom Bauernhof brauchen kein Abitur. Am liebsten hätten sie gesehen dass alle zu Hause arbeiten und gar nicht erst zur Schule gehen. Abstrus – eine Ansicht aus dem letzten Jahrhundert aber anscheinend hat sie in den Köpfen doch überdauert. Überhaupt hat mein Großvater niemals das Zepter wirklich an meinen Vater übergeben, er muss zu allem seinen Senf dazugeben und immer alles anzweifeln was mein Vater macht.


Einige Kinder sind sensibler, andere nach Außen hin etwas abgehärteter. Ich gehöre leider zu denen die immer und überall helfen wollen. Ich tröstete meine Mutter wenn sie sich in den Keller zum Weinen zurückzog und war hilflos. So kann man seine Mutter nicht sehen als Kind. Ich versuchte ihr so viel wie möglich abzunehmen und zu helfen. Leider verstand sich meine Mutter mit meiner Schwester einfach besser und zog sie mir vor, zumindest kam es mir immer so vor. Sie durfte mit meiner Mutter weg fahren und ich durfte in den Stall gehen. Ich war enttäuscht und verletzt.


Schließlich wurde ich krank. Mit 12 Jahren fingen Bauchkrämpfe an und zwar so stark dass ich zeitweise nicht einmal mehr laufen konnte. Mir wurde unterstellt zu simulieren oder einfach zu empfindlich zu sein. Mit 16 begann ich mich zu ritzen. Der körperliche Schmerz half mir zumindest kurzfristig über die seelische Belastung hinweg. Mit 17 Jahren dann auch aufgrund dummer Bemerkungen Bulimie. Die Physis verletzen damit ich von der Psyche abgelenkt war. Ich weiß dass sich das kaputt anhört, aber das war der Weg der einigermaßen half. Ich war hilflos, machtlos und überfordert.


Weggehen durfte ich zwar aber nicht auf Partys und schon gar nicht über Nacht. Einmal die Woche Disko und da hat mich meine Mutter hin gefahren und wieder abgeholt. Ich hatte ein Problem jemandem zu vertrauen. Immer die Hintergedanken verletzt zu werden. Auf der einen Seite gezwungen die Kindheit früh hinter sich zu lassen und Verantwortung zu übernehmen und andererseits immer noch ein wehrloses Kind.


Durch Zufall erwischte ich meinen Bruder einmal als er sich auf der Toilette übergab. Bulimie. Toll. Ich war so wütend. Wütend auf meine Eltern und das was sie anrichten ohne es wirklich zu merken. Der jüngste Bruder hat sich mit einem Tapetenmesser den ganzen Oberarm aufgeschlitzt. Jeder zog sich mehr und mehr zurück. Alles entwickelte sich zum Pulverfass das bei der kleinsten Erschütterung - sei es eine kleine Bemerkung oder auch nur ein falscher Blick – in die Luft ging.


Meine Bauchschmerzen wurden immer häufiger und schlimmer. In der Schule plötzliche Zusammenbrüche. Auf einmal wurde ich weiß wie eine Wand und ich bekam Krämpfe. Ich war etliche male stationär im Krankenhaus und immer wieder auf Gastritis untersucht – ohne Befund. Ich machte mir Sorgen und begann Medizinlexikas zu wälzen auf der Suche nach den passenden Krankheiten zu den Symptomen. Ich kam auf die wahnwitzigsten Ergebnisse. Ich bildete mir zeitweise ein sterben zu müssen. Dazu kam mein Vater der immer mehr zu einem Menschen mutierte vor dem ich Angst hatte. In der Pubertät fasste er mir fast tätlich auf die Brüste und als ich zu ihm sagte dass ich das nicht will meinte er darauf dass er ja nur sehen wolle wie ich mich entwickeln würde. Mein Vaterbild war komplett zerstört.


Streit, Unzufriedenheit und Missgunst immer und immer wieder. Mit 18 und dem Führerschein eröffnete sich mir eine andere Welt. Ich war fast keinen Abend mehr zu Hause, hatte meine ersten Liebschaften von denen keiner passte und ich von meiner Mutter als Schlampe und Hure beschimpft wurde. Nachdem es nicht gelang mir meinen ersten Freund auszureden schmiss mich mein Vater aus dem Haus. Ich wohnte dann ein paar Tage bei meinem Freund bis mich meine Mutter anrief und mich unter Tränen bat wieder zurück zu kommen.


Meine Schulnoten hatten sich in den letzten Jahren immer mehr in den Sport gesteigert. Jeden Tag 60 km Fahrrad, 10 km laufen und dann noch Schwimmbad. Ich trennte mich von meinem Freund weil er mir verschwiegen hatte dass er verheiratet ist und Kinder hat. Ich lernte einige Zeit später einen neuen Mann kennen und oh Wunder der gefiel. Das war auch der Grund aus dem ich überhaupt mit ihm zusammen blieb. Er hat am Abend immer mit meinem Vater ein paar Bier gekippt und war ansonsten leider dumm wie Brot.


Meine Bauchkrämpfe wurden wieder etwas leichter und ich fand ein bisschen Ruhe. Ich hätte zwar auch von selber drauf kommen können aber wenn man andauernd unter Durchfällen leidet dann wirkt die Pille nicht unbedingt so gut... Ich wurde schwanger. Seine Reaktion darauf war nur: „deshalb bist du so fett geworden“ und sonst nix. Er besuchte mich einige Tage nicht mehr und nutzte die Zeit damit sich mit einigen anderen zu vergnügen was mir auch alles zu Ohren kam.


Als er sich dann endlich wieder dazu herablassen konnte mich aufzusuchen sagte er nur dass ich mich entscheiden könne: entweder das Kind oder er. Der nächste Zusammenbruch. Ich schmiss ihn sofort raus und entschied mich auch das Kind nicht zu bekommen. Ich hatte einen Termin und alles war fix dann rief er mich an und bat um ein Gespräch. Er sagte er hätte mit seiner Mutter gesprochen und die meinte es wäre schon irgendwie zu schaffen und jetzt wolle er das Kind doch. Aber mein Entschluss stand fest und ich zog es durch.


Das war eine der schlimmsten Erfahrungen meines Lebens. Meine Tante begleitete mich und als sie mich nach Hause brachte war ich nur noch ein Häufchen Elend. Ich war Tage lang nur am Weinen, ging trotzdem in die Arbeit und hatte jedes Mal wenn ich eine Frau einen Kinderwagen schieben sah einen halben Nervenzusammenbruch. Der Vater des nicht auf die Welt gekommenen Kindes hat dann einige SMS an meine Mutter geschrieben wie sehr er sie und die Familie vermissen würde und mir immer zum Muttertag und am errechneten Geburtstermin.


Die Bauchkrämpfe kamen in ungeahnter Intensität zurück. Eines Nachts wachte ich auf und krabbelte zu meinen Eltern ins Zimmer. Meine Mutter wollte mich erst gar nicht ins Krankenhaus fahren, tat es aber dann doch. Wieder keine Diagnose. Ich dachte ich werde irre, ich bin nicht ganz richtig im Kopf oder ich gehöre in die Klapse. Mein Bauch war immer hart und es war immer ein beständiger Schmerz zu fühlen. Mal schlimmer mal weniger schlimm.


Ich war keinen Tag mehr zu Hause, immer bis in die Morgenstunden weg. Ich steigerte mich in eine ehrenamtliche Tätigkeit und investierte in diese meine Freizeit. Dadurch lernte ich einen Mann kennen dem gegenüber ich mich öffnen konnte und dem ich vertrauen konnte. Er wurde mein Freund (platonisch) und ich kam mir das erste mal richtig gut aufgehoben vor. Er war für mich alles, Bruder, Freund und manchmal auch ein bisschen väterlich.


Dann kam wieder einmal ein Wochenende mit Krämpfen. Ich setzte mich gegen den Protest meiner Mutter ins Auto und fuhr zum Arzt. Mein Hausarzt war nicht da und deshalb suchte ich einen anderen auf. Dieser überwies mich gleich ins Krankenhaus mit Verdacht auf Blinddarmentzündung. Ich fuhr zuerst nach Hause, duschte mich in Ruhe und ließ mich von meiner Tante zur OP bringen – immer noch unter Protest meiner Mutter und eine andere Tante beschimpfte mich als arbeitsscheue und faule Simulantin.


Im Krankenhaus wurde ich sofort operiert. An die ersten zwei Tage nach der OP kann ich mich nicht mehr erinnern. Am dritten Tag wunderte mich über die vielen Pflaster auf meinem Bauch und die Schmerzen die so gar nicht auf einen labroskopischen Eingriff schließen ließen. Das einzige was ich dann bei der Arztvisite erfuhr war dass ich eine chronische Darmentzündung mit einer eitrigen Entzündung des Bauchfells hatte und sie einiges entfernen mussten. Erst 8 Monate später bei der Nachuntersuchung in einer anderen Klinik erklärte mir der dortige Oberarzt was das wirklich war was ich hatte. Einen gutartigen Tumor der schon einige Jahre überdauert hatte. Mein guter Freund hat mich nicht besucht. Ich war sehr enttäuscht. Dafür hat mich jemand jeden Tag aufgesucht den ich gerade erst kennen gelernt hatte.


Er war in dieser Zeit für mich da und ich entschloss mich mit ihm eine Beziehung einzugehen. Ich war nicht gross verliebt und es war schon gar nicht das Gefühl den einen Menschen gefunden zu haben der wie für mich geschaffen ist aber ich wollte endlich wo zu Hause sein. Jemanden haben auf den ich mich verlassen kann und der mich liebt so wie ich bin. Nach einem halben Jahr sagte er zu mir ich solle zu ihm ziehen, da hätte ich es besser als zu Hause bei mir.


Ich träumte vom Glück, davon dass mir jemand einige Lasten abnehmen würde und ich nicht immer so stark sein müsste. Die ersten eineinhalb Jahre liefen relativ gut. Wenig Streit und ich kam einigermaßen zur Ruhe. Er warnte mich von Anfang an vor seiner Mutter weil diese schon einige Aufenthalte in einer psychiatrischen Anstalt hatte und ich besser nicht zu viel mit ihr zu tun haben sollte. Ihr passte nichts was ich machte und es kam immer wieder zu Beschimpfungen an mich aber ich musste immer alles runterschlucken und wenn ich meinen Freund darauf angeredet habe meinte er nur ich solle immer tun was sie sagt, sie sei nun mal so und nicht ganz dicht.


Irgendwann sagte er dann zu mir dass es so nicht weitergehen können und wir uns unser eigenes zu Hause schaffen sollten. Ich war zuerst erleichtert und dann skeptisch. Will ich mit diesem Mann den Rest meines Lebens verbringen?? Eigentlich nicht. Er ist nett aber sehr speziell und passt eigentlich gar nicht zu mir. Wir sahen uns einige Häuser an und mein Vater hat ihm dann ein völlig kaputtes Haus das zwar wunderschön alleine liegt aber wie gesagt wirklich ganz kaputt war – im Grunde genommen was zum Planieren. Mein Vater hat meinem Freund zugesichert alles zu machen und überall zu helfen. Nichts leichter als dieses Haus herzurichten.


Ich bestand darauf nicht mit verbrieft zu werden, allerdings wurde mir von meinen Eltern sehr zugesetzt das nicht zu machen. Ich solle notariell die Hälfte beanspruchen um meinen Anspruch zu festigen. Widerwillig habe ich das dann gemacht und das Unglück nahm seinen Lauf. Mein Vater hat sich in alles eingemischt, meinem Freund nur Käse eingeredet und meine Meinung hat nicht gezählt. Mein Freund hatte mir nicht gesagt dass er technisch über so gut wie keine Fähigkeiten verfügt und war empfänglich für alles was mein Vater ihm sagte. Irgendwann sagte ich dann dass ich sowieso die technische Ausführung zu tätigen habe und deshalb auch mitreden muss.


Mein Vater war beleidigt und entzog jegliche Hilfe. Keine Maschinen, kein Traktor, nichts. OK, jetzt musste ich ran. Ich habe zwar schon kleinere Basteleien gemacht allerdings hatte ich null Erfahrung mit solchen Grossprojekten und weiß Gott das war ein Großprojekt. Ich vertäfelte Wände, betonierte Grundfesten, kaufte Maschinen und kümmerte mich um den Bürokram. Wenn ich mich dann beschwerte und meinen Freund aufforderte auch etwas zu machen hieß es immer nur: ich kann das nicht. Scheiße, wieder alleine, wieder lastet alles auf mir. Des weiteren entzog er mir jede körperliche Zuwendung. Rein ins Bett und schlafen. Ich habe nächtelang geweint und mich einsam gefühlt. Der beste Spruch war: wenn das Haus fertig ist dann kann ich das wieder, oder für mich übersetzt: mach schneller mit dem Hausbau dann darfst du auch wieder.


Ich fühlte mich ausgenutzt, missbraucht, ungeliebt und alleine gelassen. Ich lag neben jemandem im Bett der nichts mehr von mir wissen wollte und der sich nur noch gehen ließ. Ich hatte wieder einmal keine Kraft mehr, keine Lust mehr am Leben. Mein Leben bestand nur noch aus Baustelle, Arbeit und Streit. Ein einziges mal hat er dann noch mit mir geschlafen und aus diesem Mal wurde ich schwanger und wollte es nicht wahrhaben. Erst im 6. Monat ging ich erstmals zum Frauenarzt. Ich sah das Kind auf dem Ultraschall und realisierte es nicht.l Ok, mein Freund hat meinem Gebettel dann nachgegeben und wenigstens meinen Bauch einmal am Tag eingecremt.


Ich wollte das Kind nicht bekommen und habe bis eine Woche vor dem Entbindungstermin auf der Baustelle und in der Arbeit meinen normalen Dienst getan. Ein Freund hat mich dann mal gefragt was mir lieber wäre: das Kind endlich aus dem Bauch zu haben oder lieber länger schwanger zu bleiben und den Termin ein paar Jahre zu verschieben. Ich musste nicht lange überlegen und sagte zu ihm ich würde lieber noch zwei Jahre schwanger sein als das Kind jetzt zu bekommen.


Real wurde das Ganze erst als mein Sohn seinen ersten Schrei getan hat. Da wusste ich dass ich jetzt tatsächlich ein Kind habe und mich darum kümmern muss. Eine wirklich tiefe Depression war die Folge. Ich konnte mich nicht so richtig am Baby freuen und ich war überfordert. Mein Freund war bei der Geburt dabei aber danach war es für ihn ganz einfach: du bist die Mutter, Frauen sind zu Müttern geboren. Ich gehe arbeiten und du kümmerst dich ums Kind. Nachts aufstehen ist Aufgabe der Mutter. Seine Mutter hat sich immer eingemischt. Alles habe ich falsch gemacht. Wenn ich geduscht habe hat sie mein Kind einfach mitgenommen und wollte es mir nicht mehr geben. Weinend saß ich im Zimmer und hörte sie oben mit meinem Baby schimpfen weil es so viel schreit und ich vernahm wie sie ihm erzählte dass sie seine Mutter sei und wenn ich was machen würde was dem Kind nicht gefällt würde sie mich schlagen.


Mein Freund hatte dazu die alte Ansicht: sie ist halt so... Ich suchte mir eine andere Möglichkeit ihr zu entgehen: ich fuhr am Morgen mit meinem Kind zu meinen Eltern und kam erst zurück als mein Freund wieder von der Arbeit da war. Eines Tages, das Baby war sechs Monate alt, hat sie mich dann an der Haustüre gestellt. Mich beschimpft, gesagt sie wolle das Kind öfter haben und ich wäre eine schlechte Mutter. Sie hat mich geschlagen und beleidigt. Daraufhin habe ich meine Sachen gepackt und bin wieder zu meinen Eltern gezogen. Ich redete mit meinem Freund und sage zu ihm dass wir uns eine Wohnung nehmen sollten, da das Haus ja nicht fertig wird wenn ich nichts mehr tun kann – ich war völlig ausgelastet mit dem Kind.


Er wollte das nicht und kam ab diesem Zeitpunkt zweimal in der Woche um das Kind zu besuchen. Nicht einmal blieb er über Nacht, wenn ich was zu ihm sagte kam nur ich müsse ihn verstehen. So blieb ich in dem zu Hause das ich zwar vermisst hatte aber genau wusste dass ich da nicht wieder zurück wollte. Wieder alles von vorne... Meine Mutter nahm sich zwar jährlich fünf mal vor sich von meinem Vater zu trennen aber getan hat sie es dann doch nie.


Der beste Spruch den mein Vater die letzten Tage produzierte: „Ihr alle seit unfähig eine funktionierende Beziehung zu führen...“ - darauf meine Schwester : „Papa wo hätten wir es denn gelernt...“. Man ist was man ist oder wozu man erzogen wurde....

von belo
Kommentar hinzufügen - Kommentare () - empfehlen
Mittwoch, 31. dezember 2008 3 31 /12 /2008 15:40
 

Sowas sagt man vor Freunden aber nicht...


Wir (mein damaliger Lebensabschnittsgefährte und ich) sitzen mit einem befreundeten Ehepaar beim Chinesen und ein flacher Smalltalk hat sich entwickelt dem ich mal mehr und mal weniger folge. Mit meinen Gedanken ganz wo anders merke ich plötzlich wie sich alle Blicke auf mich richten und der Bekannte (oder etwas mehr weil eine Ex- Kurzzeitliebschaft) folgende Frage stellt: „Na und was läuft bei euch so....?“. Kein Nachdenken kein gar nichts nur mein trockener äKommentar in genervtem Tonfall: „Zwischen und läuft schon lange nix mehr, richtig SCHATZ, absolut TOTE Hose...“. Ups... so war das jetzt nicht geplant... Wie heißt es so schön: erst denken dann reden. Betretenes Schweigen, dann die knappe Antwort: „Ich weiß ja deine direkte Art normalerweise sehr zu schätzen, aber das war jetzt ganz schön daneben!!!“ Mein Freund errötet, wirft mir einen hasserfüllten Blick zu und ich kann förmlich hören was er denkt: du dumme Nuss, dass musste aber nicht sein... Einfach nur UUUPS – aber die Wahrheit... :-D



Das passt nie...


Ich kannte ihn schon einige Monate und jetzt war es soweit: das erste mal. Er nervös und übervorsichtig, Kondom dabei, alles klar ich mach das schon – da wusste ich aber noch nicht was mich erwarten würde... Nachdem ich ihn dazu überreden konnte das Licht anzumachen weil ich schlimmes ahnte als ich da im Dunklen herumpfriemelte sah ich die bereits vorhergesehenen Ausmaße seines „Sportgerätes“ und wies ihn darauf hin dass der Gummi den er besorgt hatte da niemals passen könnte. Jetzt war ich nervös, sowas hatte ich weder erwartet noch jemals gesehen. Nervös ist eigentlich gar kein Ausdruck, das grenzte an Angst... Es folgte ein Gespräch in dem ich ihn nochmals darauf hinwies dass er entweder eine Übergröße hätte besorgen müssen oder – Pille sei Dank – einfach ohne. Nein, er bestand darauf dass es passen müsse und gesagt getan ich brachte das Teil irgendwie auf sein Teil, nur halt nicht weit und dann steckte es fest. Ende vom Lied: Ich suchte das ganze Haus nach einer Schere ab um „ihn“ wieder aus seiner misslichen Lage zu befreien was mir schließlich auch gelang.



Ist das schon alles oder kommt da noch was???

Oder: es ist ein Gerücht dass die Größe nicht entscheidend ist...


Ein Prachtexemplar von einem Mann: groß, stark, einfach männlich. Ich genoss schon etliche wirklich gute Massagen von ihm und es hat eine Absprache gegeben: was geht ist gut und mehr muss nicht also quasi nur Sex aber keine Beziehung. Ich besuchte ihn schon mit der Absicht es in der Nacht nicht nur bei Streicheleinheiten zu belassen und fackelte auch nicht lange und so sehr ich mir auch einzureden versuchte keine Erwartungen zu haben hatte ich doch welche – klar, großer Mann und mindestens durchschnittlicher (also so um die 15 cm) Ego. Nö, war nicht. Meine Finger suchten und suchten und wie soll ich sagen: das wurde nicht mehr oder besser größer. Ego war um es mal etwas sanft auszudrücken verschwindend gering.... Es ist nicht so dass ich gar nichts gemerkt hätte aber viel war`s wirklich nicht – zumindest bei Weitem nicht genug. Zum Glück blieb die gefürchtete Frage aus (WIE WAR ICH???). Danach saßen wir dann noch etwas vor dem Fernseher und sahen uns irgend eine Sendung an in der es um erotische Träume von Frauen ging. Unter Anderem auch darum dass sich viele Frauen mehrere Männer gleichzeitig wünschen würden. Und dann kam sie doch noch die Frage – nur halt etwas anders gestellt: träumst du davon auch oder reicht dir einer??? Wieder nicht überlegt und gleich geredet: „Mir würde einer reichen wenn er es bringen würde“. UUUPS... Und wieder mal hatte ich einen Ex-Bekannten... :-)

von belo - veröffentlicht in: Mars und Venus
Kommentar hinzufügen - Kommentare () - empfehlen
Freitag, 26. dezember 2008 5 26 /12 /2008 15:24

 

25 der dümmsten Sprüche und Fragen die ich jemals von Männern zu hören bekommen habe


  • Ich stelle dich heute meinen Freunden vor, aber bitte schau nur gut aus und halt die Klappe – sie mögen keine intelligenten Frauen.

     

  • Du bist eine der hübschesten und interessantesten Frauen die ich je kennen gelernt habe aber ich wollte mich durch dich nur über eine andere hinweg trösten.
  • Dein Fehler ist dein Hirn.
  •  

  • Wow, hast du schöne große Augen, darf ich die mal anfassen...
  • Schwangerschaft ist keine Krankheit, auch andere Frauen arbeiten noch auf einer Baustelle
    wenn sie im 9. Monat sind (nachdem ich in zwei Zimmern die Wände alleine verputzt hatte und meine Füsse so aufschwollen dass ich meinte sie platzen jeden Moment)
  •  

  • Du hattest früher so eine tolle Figur und jetzt... ?

     

  • Wenn wir mal Kinder haben sollten wünsche ich mir für sie mein Aussehen und dein Gehirn

     

  • Nein, heute nicht ich hab Kopfweh

     

  • Ich will mit dir schlafen. Ich weiß du hast keine Lust aber du musst ja auch nicht mitmachen..

     

  • Wie war ich? - der legendäre Spruch... was soll man darauf antworten?? Ging so... Scheiße???

     

  • War es für dich genau so schon wie für mich?

     

  • Ich trinke nie wieder Alkohol

     

  • Du bist schon wieder schlecht drauf (kurz nach dem Aufwachen – nach diesem Spruch hatte ich wirklich schlechte Laune)

     

  • Ich kann dich nicht in den Arm nehmen, du bist zu stark.

     

  • Kann ich weil du dir gerade (während sexueller Handlungen seinerseits) ein Buch zur Hand genommen hast darauf schließen dass es dir nicht gefällt – macht nix, ich mach weiter...

     

  • Ich bin der Lieblings- Schwiegersohn aller Mütter

     

  • Wie viele hattest du vor mir?

     

  • Bist du noch Jungfrau?

     

  • Versuch mal mich zu verstehen. Ich bin doch auch nur ein Mann

     

  • Ich bin der beste im Bett.

     

  • Kannst du nicht einmal nur hübsch aussehen?

     

  • Als mein Kollege Vater wurde sagte seine Frau zu ihm: Schatz du musst natürlich nicht aufstehen, du gehst ja schließlich in die Arbeit (auf meine Frage ob er nicht auch mal in der Nacht aufstehen könnte wenn unser Sohn schreit)

     

  • Frauen sind zu Müttern geboren

     

  • Ich kann das nicht, mach du das. (einen Laminatboden verlegen)

     

  • Ich kann deinen Gedankensprüngen nicht ganz folgen

von belo - veröffentlicht in: Mars und Venus
Kommentar hinzufügen - Kommentare () - empfehlen
Donnerstag, 25. dezember 2008 4 25 /12 /2008 21:06
 

Nachdenkliche Betrachtung


Gut dass es sie gibt, diese wundervolle Parallelwelt mit der offenen Anonymität die man im realen Leben niemals erleben könnte, die nicht versiegen wollende Informationsquelle. Man kann seine eigenen kleinen Unzulänglichkeiten verstecken und wenn doch jemand die gut gehüteten Schattenseiten unseres Ichs entdecken sollte wird der Kontakt einfach abgebrochen oder auf einem Minimum belassen.


Surfen auf den Weiten eines nahezu unerschöpflichen Ozeans, chatten mit Menschen aus aller Welt – die räumliche Distanz schrumpft bis zum Nichtvorhandensein. Einsame Herzen die normalerweise gegenüber anderen Menschen kein Wort zustande bringen würden knüpfen Kontakte und schwimmen mit im Sog der Datenflut. Egal in welchem Chatroom man sich befindet: es sind immer Unmengen von Menschen anwesend die nur auf der Suche nach dem Einen sind: sexuelle Abenteuer wobei hier das Internet als Mittel zum Zweck der Zusammenkunft in der Realität nutzbar gemacht wird.


Als nächstes gibt es da diejenigen Menschen die einfach nur gelangweilt sind – aus welchem Grund auch immer und einen netten Plausch mit „normalen“ Menschen suchen. In der Natur des Menschen liegt es einfach soziale Kontakte zu pflegen. So wurden wir geschaffen und es ist unwiderruflich in unserem Genom verankert.


Es ist der Rückzugsort in dem wir unsere Identität abstreifen können um in eine andere – bessere – zu schlüpfen. Eine Traumwelt in der man vielen anderen Träumern begegnen kann um sie niemals wirklich zu treffen oder zu wissen ob das was man über dieses Individuum weiß nur Fiktion oder Realität ist. Alles ist so süß unkompliziert, man muss niemandem in die Augen sehen und die eigene Schwäche zu erkennen geben.


Wenn man sich entschließt als der Mensch der man ist auf die Suche nach einem Gesprächspartner zu gehen findet man schnell und einfach jemanden dem man schnell seinen Seelenmüll aufs Auge drücken oder auch mal kleine Gemeinheiten sagen kann die sonst nicht über unsere Lippen kämen. Die sonst zahlreich vorhandenen Hemmungen zu jemandem Kontakt aufzubauen können getrost beiseite gelassen werden. Wer sieht uns denn schon? Wer sieht dass wir einen Waschkessel vor uns her tragen, eine Narbe im Gesicht oder keine Haare mehr auf dem Kopf haben und dass wir entweder gar keines oder ein eigentlich schon zerfallenes Auto besitzen? Es steht jedem frei sich die Schicksale, Träume und Gedanken anderer anzuhören und gute Ratschläge zu erteilen obwohl man selbst wenig bis gar keine Ahnung hat.


Ganz wie selbstverständlich zählt man insgeheim die Internetbekanntschaften mit denen man einen regelmäßigen Kontakt pflegt zu seinen Freunden. Nur wer sagt einem dass der Mensch am anderen PC oder Notebook wirklich der ist der er zu sein scheint??? Macht er es nicht mit mir wie ich mit anderen und schlüpft in eine Pseudoidentität? Eigentlich interessiert uns das ja auch gar nicht.


Es ist verführerisch ganz in diese Welt einzutauchen und die nicht immer ganz einfache Realität von sich zu weisen – „dort“ ist alles scheinbar besser und so viel einfacher – NUR NICHT WAHR....

von belo
Kommentar hinzufügen - Kommentare () - empfehlen
Mittwoch, 24. dezember 2008 3 24 /12 /2008 14:40
 

Melancholische Stunden oder Frau und ihr Allheilmittel Liebesfilm


Es gibt Tage an denen geht gar nichts. Probleme in der Arbeit, Stress in der Familie oder eine gescheiterte Beziehung führen dazu dass unsere für gewöhnlich doch sehr ausgehärtete Schale kleine Risse aufweist. Jetzt muss etwas geschehen bevor der große Ausbruch der ungebändigten Gefühle dann stattfindet wenn man es gar nicht brauchen kann. Das ist der Zeitpunkt für den Anruf bei der besten Freundin und das Herauskramen der gewissen Filme und CD`s für eben jene Lebenssituationen um in unserer im Kopf aufblühenden Parallelwelt zu schwelgen.


Die Welt mit unserem Helden, dem guten Menschen und der einwandfrei heilen Welt trotz kleinerer oder auch mal elementarer Probleme immer mit einem herzerweichenden Happyend verbunden. Wir sind alleine oder bestenfalls mit einer super guten Freundin oder der Schwester unter die Decke auf der Couch vor dem Fernseher gekrochen.


Schon beim Einlegen der CD schießt uns der gesamte Film oder zumindest die elementaren Schlüsselszenen mit diesen so schrecklich traurigen oder romantischen Momenten durch den Kopf und die ersten Tränen stehen in den Augen. Zur Grundausstattung gehören natürlich ein Päckchen Taschentücher, ein Kissen oder eine Decke die man im Bedarfsfall ganz fest an sich drücken kann und nicht zuletzt die sonst so verhasste Kalorienbombe.


Der erste Auftritt des smarten Titelhelden. Unsere Träume verselbstständigen sich. Dann die grosse Frage: Warum gibt es einen solchen Mann der für seine Liebe das Leben aufs Spiel setzt, der Himmel und Hölle in Bewegung setzt um zu seiner Liebsten zu gelangen nicht im wahren Leben? Den allzeit höflich, aufopferungsvollen Vater seiner Kinder und stets tolle Liebhaber. Eine Mischung aus Verzückung und leichter Enttäuschung über die im Rückblick betrachteten Ex-Liebschaften und den derzeitigen Lebensabschnittsgefährten regt den Tränenfluss so richtig an.


Plötzlich verblassen alle kleinen und Großen Sorgen und Nöte vor der wundervollen Vorstellung in diesem Film die Frau an der Seite des Traummannes zu ersetzen Man fühlt und lebt das Gesehene in einer Intensität als wäre es real. Langsam aber sicher stellen sich leichte Glücksgefühle ein, allerdings von einer wundervoll tiefgründigen und melancholischen Art ohne den Schwermut und die bedrückende Stimmung die einen so schlechten Beigeschmack hatten – einfach gelöster und leichter.


Schlussendlich ist der Film dann zu Ende, die Tränen werden sorgfältig abgewischt. Der Held hat seine Arbeit getan und es geht uns zwar nicht super gut aber soweit besser dass der befürchtete Gefühlsausbruch in Gegenwart anderer Menschen noch einmal mit Erfolg abgewendet werden konnte.





von belo
Kommentar hinzufügen - Kommentare () - empfehlen

Über diesen Blog

Blog erstellen

Kalender

Februar 2010
M D M D F S S
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
             
<< < > >>
Erstellen Sie einen Blog auf de.over-blog.com - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Missbrauch melden