Melancholische Stunden oder Frau und ihr Allheilmittel Liebesfilm
Es gibt Tage an denen geht gar nichts. Probleme in der Arbeit, Stress in der Familie oder eine gescheiterte Beziehung führen dazu dass unsere für gewöhnlich doch sehr ausgehärtete Schale kleine Risse aufweist. Jetzt muss etwas geschehen bevor der große Ausbruch der ungebändigten Gefühle dann stattfindet wenn man es gar nicht brauchen kann. Das ist der Zeitpunkt für den Anruf bei der besten Freundin und das Herauskramen der gewissen Filme und CD`s für eben jene Lebenssituationen um in unserer im Kopf aufblühenden Parallelwelt zu schwelgen.
Die Welt mit unserem Helden, dem guten Menschen und der einwandfrei heilen Welt trotz kleinerer oder auch mal elementarer Probleme immer mit einem herzerweichenden Happyend verbunden. Wir sind alleine oder bestenfalls mit einer super guten Freundin oder der Schwester unter die Decke auf der Couch vor dem Fernseher gekrochen.
Schon beim Einlegen der CD schießt uns der gesamte Film oder zumindest die elementaren Schlüsselszenen mit diesen so schrecklich traurigen oder romantischen Momenten durch den Kopf und die ersten Tränen stehen in den Augen. Zur Grundausstattung gehören natürlich ein Päckchen Taschentücher, ein Kissen oder eine Decke die man im Bedarfsfall ganz fest an sich drücken kann und nicht zuletzt die sonst so verhasste Kalorienbombe.
Der erste Auftritt des smarten Titelhelden. Unsere Träume verselbstständigen sich. Dann die grosse Frage: Warum gibt es einen solchen Mann der für seine Liebe das Leben aufs Spiel setzt, der Himmel und Hölle in Bewegung setzt um zu seiner Liebsten zu gelangen nicht im wahren Leben? Den allzeit höflich, aufopferungsvollen Vater seiner Kinder und stets tolle Liebhaber. Eine Mischung aus Verzückung und leichter Enttäuschung über die im Rückblick betrachteten Ex-Liebschaften und den derzeitigen Lebensabschnittsgefährten regt den Tränenfluss so richtig an.
Plötzlich verblassen alle kleinen und Großen Sorgen und Nöte vor der wundervollen Vorstellung in diesem Film die Frau an der Seite des Traummannes zu ersetzen Man fühlt und lebt das Gesehene in einer Intensität als wäre es real. Langsam aber sicher stellen sich leichte Glücksgefühle ein, allerdings von einer wundervoll tiefgründigen und melancholischen Art ohne den Schwermut und die bedrückende Stimmung die einen so schlechten Beigeschmack hatten – einfach gelöster und leichter.
Schlussendlich ist der Film dann zu Ende, die Tränen werden sorgfältig abgewischt. Der Held hat seine Arbeit getan und es geht uns zwar nicht super gut aber soweit besser dass der befürchtete Gefühlsausbruch in Gegenwart anderer Menschen noch einmal mit Erfolg abgewendet werden konnte.
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